Die Christengemeinschaft

Die Christengemeinschaft wirkt für eine Erneuerung des Christlichen Lebens. Sie vereinigt in ihren Gemeinden Menschen, die in einer zeitgemäßen Form Christen werden wollen. Im Mittelpunkt ihres religiösen Lebens steht der neue Gottesdienst, die Menschen-Weihehandlung. Ihr sind die anderen sechs Sakramente eng verbunden: Taufe der Kinder, Konfirmation, Beichte / Schicksalsberatung, Trauung, Priesterweihe und Letzte Ölung. Mit der Taufe werden die Kinder in die Gemeinde aufgenommen und bis zur Konfirmation begleitet. Mitglied in der Christengemeinschaft kann aber erst der Erwachsene werden. Der Impuls zu einer Mitgliedschaft kann nur vom einzelnen Menschen selbst kommen, es ist ein freier Entschluss des mündigen Menschen.

Die Christengemeinschaft vertritt eine Weltanschauung, die in der Christus-Tat das entscheidende Ereignis der Menschheitsgeschichte sieht. Sie wurde 1922 von einer Zahl überwiegend evangelischer Studenten und Theologen mit Rat und Hilfe von Rudolf Steiner gegründet. Seine Geisteswissenschaft (Anthroposophie) ist die Grundlage für eine Erweiterung der Theologie; sie ermöglicht ein neues Verständnis der christlichen Wahrheit und deren Darstellung in einer dem Zeitalter angemessenen Form. Die Christengemeinschaft ist von Anfang an selbständig ohne jede Bindung an die bestehenden Kirchen und ist unabhängig von der staatlichen Steuerordnung. Die bestehende Rechtsform in Deutschland ist die einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Gemeinden der Christengemeinschaft gibt es außer in Deutschland in vielen Ländern Europas, Australien und Neuseeland, Japan, Nordamerika, Südamerika, Südafrika und Namibia.

Seit ihrer Begründung existiert die Christengemeinschaft ausschließlich durch die freiwilligen Zuwendungen ihrer Mitglieder und Freunde. Die Höhe der Beiträge liegt in der Selbsteinschätzung des Mitglieds. Priester und Priesterinnen wirken mit den Gemeindeorganen in den wirtschaftlichen und sozialen Fragen zusammen. Die Pfarrer sind hauptberuflich tätig; sie werden nicht von den Gemeinden gewählt und verantworten, was im Sinne einer Sakramentsgemeinschaft am jeweiligen Ort geschehen soll. In der Verkündigung gilt Lehrfreiheit.

Die Christengemeinschaft versteht sich nicht als die alleinseligmachende Kirche; sie will nicht als die Kirche für alle gelten, aber für alle offen sein, die sich in Ihr vereinen wollen. Eine Sonderlehre oder die besondere Hervorhebung einzelner Glaubenswahrheiten kennt sie nicht; das Christentum ist universell und darf nicht durch Überbewertung einzelner Lehrinhalte und Verhaltensnormen entstellt werden.

Es gibt eine vielfältige soziale Arbeit, oft ohne organisatorischen Rahmen. Darüber hinaus haben sich soziale Institutionen mit jeweils eigener Rechtsform gebildet, z.B. Sozialwerke (Verband der Sozialwerke), sozialpflegerische Dienste, Altenheime, Tagungsstätten (Haus auf dem Berge), Verlag (Urachhaus Verlag). Diese soziale Arbeit versucht in anfänglicher Weise die leibliche, vor allem aber auch die seelische Not der Gegenwart zu überwinden.
 

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